So verändert die Digitalisierung die Entertainment PR

Vor kurzem hatte ich einen sehr netten Business Lunch. Eine Frage des Kollegen hat mich zum Nachdenken gebracht. „Hat sich die Gästeakquise für Talkshows durch die Digitalisierung verändert?“ Hm, die Digitalisierung hat ja vieles verändert, aber im Bereich der Talkakquise!? Nein, eigentlich nicht. In diesem Bereich der PR ist es noch immer sehr klassisch: Du brauchst einen Gast mit einer tollen Geschichte und die richtigen Kontakte in die Redaktion.

Je bekannter dein Gast, desto besser ist es in der Regel. Mit Digitalisierung hat das nicht viel zu tun. Außer, dass ich zu Redakteuren nicht nur übers Telefon oder per Mail Kontakt habe, sondern auch über die verschiedenen Social Media Kanäle.

Verena Bender, Digitalisierung, PR, Entertainment, Kommunikation, Medien, Pressearbeit, PR Blog, Blogger, PR Coaching, PR Idee, PR Berater, PR Agentur, Journalistin, Public Relations

Die Frage hat mich allerdings nicht so ganz losgelassen und war ein Grund für mich, mal zu überlegen, WAS sich durch die Digitalisierung in der Branche der Entertainment PR verändert hat. Hier habe ich euch zehn Punkte zusammengestellt.

  1. Alles ist schnelllebiger geworden

Durch die Formatflut auf allen Kanälen ist die ganze Branche schneller geworden. Natürlich gibt es bei den monatlichen Magazinen noch immer enorme Vorläufe, aber Onlinemedien interessieren sich nicht drei Wochen vor einer großen Veranstaltung für eine solche. Auch im Anschluss geht es darum, als PR schnell Material / Infos zur Verfügung zu stellen.

Eine Presseinfo mit Bildmaterial und ggf. Video über eine große Award-Show am Vorabend interessieren am Mittag des Folgetages niemanden mehr. Es gilt als PR-Verantwortlicher schnell und kompetent zu reagieren und das nicht nur per Mail, sondern auch über div. digitale Kanäle!

  1. Die Fotografen am Red Carpet stehen extrem unter Druck

Der Kampf um das beste Bild ist sowieso schon hart. Und dann der Wettbewerb darum, gedruckt zu werden, mindestens genauso nervenaufreibend. Dass nun jeder Veranstaltungsbesucher die Möglichkeit hat, mit seinem Smartphone Promis in guter Qualität abzulichten, macht die Situation nicht einfacher. Zumal viele Fotografen einen festzugewiesenen Bereich haben, von wo aus sie ihre Bilder machen dürfen.

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Wenn ich als normaler Veranstaltungsbesucher direkt neben Sophia Thomalla und ihrem neusten Typen an der Bar stehe und abdrücke, dann können die Fotografen mit Frau Thomalla alleine im sexy Kleid einpacken, die Medien werden sich für das Bild des Besuchers interessieren.

  1. Sperrfristen bei Veranstaltungen sind ein Ding der Unmöglichkeit

Den Journalisten erst nach einer Preisverleihung die Gewinner der verschiedenen Kategorien zu verraten, während das Saalpublikum sie 1zu1 über Twitter raushaut, macht absolut keinen Sinn mehr. Wenn die Presse nicht in den Saal kann, dann muss sie über einen Monitor – ohne Zeitverzögerung – dazu geschaltet werden.

  1. Alle wollen LIVE „sein“

Früher ging es am Red Carpet noch recht gemütlich zu. Inzwischen ist fast jedes Medium mit einer Live-Berichterstattung vor Ort. Sei es über Facebook-Live, Instagramm oder was auch immer. Wenn die Konkurrenz live ist, dann kann es sich kein anderes Medium leisten, Stunden später nur „altes Material“ zu zeigen.

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  1. Die Auswahl der Berichterstatter wird schwerer

Wer wird zu einer Veranstaltung akkreditiert und wer nicht? Jede Veranstaltung bringt neue Feinde mit sich. Es ist einfach so, dass die Plätze am Red Carpet begrenzt sind. Leider! Sehr schön wäre es doch, wenn der Teppich so lang wäre, dass mal jeder, der berichten möchte, auch berichten darf.

Geht aber nun mal leider nicht. Schon immer musste ausgewählt werden, wer zu welchem Event kommen kann, aber  die Anmeldezahlen haben sich in den letzten Jahren mindestens verdoppelt. Ich bin absolut dafür auch Bloggern und Influencern eine Möglichkeit der vor Ort Berichterstattung zu gewähren. Doch nie können alle kommen, die Auswahl ist nicht leicht und erfolgt nach verschiedenen Kriterien, die nicht immer alle nachvollziehen können.

  1. „In Ruhe“ auf der Aftershowparty feiern

Das war gestern! Zwar gibt es noch immer die Regel, dass Fotografen und Kamerateams auf vielen Aftershowparties nur eine Stunde fotografieren / drehen dürfen, doch ein Totalabsturz von Promi XY oder der Fremdflirt von Promi YX kann von jedem beliebigen Gast via Smartphone festgehalten werden. Entweder es landet sofort auf einem der div. Social Media Kanäle oder wird von schlauen Köpfen den Medien zum Kauf angeboten. Deshalb gilt: Aftershowparties sind –wie auch jedes andere Event – immer öffentlich und finden nie nur in „kleiner Runde“ statt.

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  1. Clippings sind leichter und schneller zu bekommen

Artikel oder Videos aus dem Netz sind schnell „runtergezogen“ und können fix dem Kunden dokumentiert werden. Schon lange vorbei ist die „Steinzeit“ in der PR-Menschen auf Beleg-Exemplare per Post aus den Redaktionen hoffen mussten.

8. Bewegtbild first

Früher reichte es als Agentur, Fotos und nen Text, bestenfalls noch Audiotöne fürs Radio anzubieten. Heute sollte jede PR-Agentur oder Abteilung, die etwas auf sich hält, auch Bewegtbildmaterial anbieten. Und damit ist kein Hochglanz-Image-Mega-gebrandetes Werbevideo gemeint. So etwas braucht niemand!

9. Leichteres Knüpfen und Pflegen von Netzwerken

PR ist nun mal ein People-Business. Es geht – neben kreativen Ideen und tollen Geschichten – um Kontakte und ein gutes Netzwerk. Nur so kann der PRler seine Stories ja an den Mann bringen. Die sozialen Medien sind ein wunderbares Tool, um Kontakte zu Influencern, Medienpartnern oder spannenden Menschen aus der Branche zu knüpfen und zu pflegen.

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Zum Festigen dieser Kontakte bin ich noch immer für ein altmodisches persönliches Treffen. Der erste (Kontaktaufbau), zweite (Kontaktpflege), dritte Schritt (Darstellen der eigenen Kompetenz) wird durch die verschiedenen Kanälen jedoch erleichtert.

  1. Bemusterung ist einfacher geworden

Gerade im Bereich der Film und Musik-Promotion hat sich in den letzten Jahren der Prozess der Bemusterung erheblich vereinfacht. Ein Link per Mail oder ein Dateianhang und schon hat der Redakteur das, was vorher per Post auf einer CD oder DVD verschickt werden musste. Ist natürlich auch viel kostengünstiger…

(Fotos: Instagram /privat)

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