„PR, die sich wie kostenlose Werbung anfühlt, machen wir nicht!“

… mit dieser Aussage steht Lukas Haunerland, Redakteur bei einem Berliner Radiosender, definitiv nicht alleine da! Bei PRleben spricht er unter anderem darüber, was gute Geschichten sind, wie man langweilige Standartantworten im Interview vermeiden kann, warum PR-Menschen flexibler denken müssen und was Bestseller-Autor Sebastian Fitzek damit zu tun hat!

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Lukas Haunerland,
Morningshow-Redakteur bei 104.6 RTL

Was genau ist dein Job und wie bist du dazu gekommen?

Ich bin Redakteur bei 104.6 RTL, Berlins Hitradio. Hier bin ich zufällig gelandet: Als ich mich 2006 als Musiker in Berlin durchschlagen wollte, habe ich an den freien Vormittagen ein Morgenshow-Praktikum gemacht. Daraus wurde ein Volontariat und anschließend eine Redakteursstelle. Heute schreibe ich als Redakteur für die Morgensendung „Arno und die Morgencrew“ und bin der Sidekick am Klavier „Der fast berühmte Lukas – die kleinste Showband der Welt“.

Wie kommst du in deinem Job am häufigsten an gute Geschichten, Informationen? Social Media, Newsseiten im Netz, persönliche Kontakte, eigene Recherche…

Alles! Die Geschichten unserer Show sollen die Erlebniswelt der Hörer treffen. Daher finde ich die Themen überall im Alltag: beim Austausch mit Freunden, in Öffentlichen Verkehrsmitteln, beim Stadtbummel, in meiner Beziehung…. Natürlich auch beim gezielten Suchen in sozialen Netzwerken, Newsseiten oder TV-Sendungen. Fast alles, was dort passiert und diskutiert wird, ist ein potentielles Thema für die Sendung.

Was bedeutet für dich gute PR?  Kannst du sagen, welche Eigenschaften ein guter PR-Mensch mitbringen sollte?

Gute PR ist, wenn eine kreative Geschichte im Vordergrund steht – nicht das Produkt, das beworben wird. PR, die sich von vorne herein wie kostenlose Werbung anfühlt, machen wir nicht. Wenn die Story aber spannend und unterhaltsam ist, dann funktioniert das.

Kannst du dich an eine PR-Aktion erinnern, die du richtig gut fandest?

Ja, zum Beispiel „Arno rettet die Hertha“. Arno Müller hat jedem Bayernspieler, der ein Eigentor in einem Spiel zwischen Hertha und dem FC Bayern schießt, eine Million Euro dafür versprochen. Das war natürlich ein Witz, aber eben eine tolle Story. „Arno rettet die Hertha“ wurde ein riesiger Medienrummel. Hier stand eine absurde Geschichte im Vordergrund, jedoch wurde auch immer „104.6 RTL“ mit genannt.

Was sollte ein PR-Mensch im Job auf jeden Fall vermeiden? Gab es mal ein negatives PR-Erlebnis?

Oft treten PR-Agenten an uns heran, die Künstler mit einem neuem Album, der Tour oder einer DVD in die Show bringen wollen. Dabei schließen sie allerdings kreative Inhalte wie Spiele, Lieder oder Comedys aus. Was bleiben würde, wäre ein langweiliges Interview mit Standart-Antworten, die der Künstler schon 50 Mal so aufgesagt hat. Das hätte keinen Mehrwert für unsere Hörer.

Du bekommst ja viele Angebote von PR-Menschen, welche Angebote sind dir am liebsten und womit kannst du gar nichts anfangen?

Bei vielen Angeboten fragt man sich, ob der Absender schon mal unser Programm gehört hat. Die Themen sind so trocken und unsexy, dass sie für eine Morgensendung im Privatradio einfach nicht in Frage kommen. Umso erfreulicher, wenn man Anfragen bekommt, die bereits eine eigene Geschichte haben. Und bei der die Verantwortlichen offen sind für unsere Ideen bei der Umsetzung.

Welches Unternehmen / welche Marke leistet deiner Meinung nach richtig gute Öffentlichkeitsarbeit und warum,… was beeindruckt dich daran?

Ich finde sehr gut, was Sebastian Fitzek macht, ein Kollege von 104.6 RTL. Er schreibt Psycho-Thriller und ist inzwischen 13-facher Bestseller-Autor. Dieser Erfolg hat ganz sicher auch mit seiner Öffentlichkeitsarbeit zu tun. Sebastian ist kontinuierlich auf allen medialen Kanälen präsent, weil er immer eine gute Story hat und sich für nichts zu schade ist. Er ist nicht abgehoben wie manch andere Promis, hat engen Kontakt zu seinen Fans. Soweit ich weiß, beantwortet er tatsächlich noch jede Email selbst. Das ist die berühmte Authentizität, also Ehrlichkeit, die die Leute einfach mögen.

Könntest du dir vorstellen, vom Journalismus in die PR zu wechseln? Warum /warum nicht?

Ich würde vom Abnehmer zum Anbieter wechseln und diese Seite war bisher nicht so interessant für mich. Ich mag die Schnelligkeit im Radio. Dass zwischen Idee und On Air manchmal nur 10 Minuten liegen. Außerdem finde die Breite der Themen gut.  Ich darf beruflich mit allem arbeiten, womit ich mich auch privat beschäftigen würde. Bei der PR müsste ich mich auf eine Sache festlegen.

Vielen Dank, Lukas!

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2 Gedanken zu “„PR, die sich wie kostenlose Werbung anfühlt, machen wir nicht!“

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