Studiert nicht jeder irgendwas mit Medien?

*Vor einigen Wochen hat die Studentin Nele Mohrbach ihren ersten Gastartikel hier im Blog veröffentlicht. Ich freue mich sehr, heute ihren zweiten mit euch teilen zu können.*

„Wer wird denn heute noch JournalistIn?“ oder „JournalistIn kann ja jeder werden, der der deutschen Sprache einigermaßen mächtig ist“ oder auch „Alle machen doch irgendwas mit Medien“.

Hätte ich auf solche und viele andere Kommentare gehört, säße ich mit ziemlicher Sicherheit nicht hier.  Zugegebenermaßen ließ ich mich anfangs beeinflussen und fing an, Psychologie zu studieren.

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Nach wenigen Monaten war ich aber dermaßen unglücklich, dass es nur einen Ausweg gab: Medienkommunikation und Journalismus studieren.

Was für viele der Inbegriff von Arbeitslosigkeit ist, bedeutet für mich, jeden Tag spannende Menschen und deren Geschichten kennenzulernen, die faszinierendsten Orte der Welt zu sehen und das zu tun, was mir am meisten Spaß macht: Schreiben.

Ehrlich gesagt habe ich bis zum jetzigen Zeitpunkt weder die faszinierendsten Orte der Welt gesehen und erst eine Reportage über einen (tatsächlich spannenden) Menschen geschrieben – aber das Schreiben, das Balancieren mit Worten und Malen von Geschichten, das ist geblieben.

Das sagen Studien

Ein Blick auf Studien zeigt, dass die Arbeitswelt von Journalisten immer schwieriger wird und neue Medien mit veränderten Nutzungsverhalten einen immer schnelleren Wandel herbeiführen. Dennoch ging die Agentur für Arbeit 2011 davon aus, dass es immerhin 160.000 journalistisch bzw. publizistisch Tätige in Deutschland gibt, davon sind jedoch die Hälfte Freie.

Das Ergebnis des Journalisten-Report war außerdem, dass zunehmend weniger Journalisten allein vom Journalismus leben können, sondern zusätzlich aus anderen Jobs Einkommen generieren müssen.

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Ein weiterer Blick auf Studien verrät aber, dass das Bild des Journalismus als abwechslungsreiches Handwerk unter jungen Menschen immer noch weit verbreitet und der Beruf des Journalisten nach wie vor einer der spannendsten ist.

Manchmal ist die Realität nicht leicht zu ertragen

Doch ich musste lernen, dass, so wie es im Leben nun mal ist, nicht alles auf Anhieb meinen bunten Träumen und Wünschen entspricht.

Mit der Erwartung, von nun an eine rasende Reporterin beim Fernsehen zu sein, startete ich also den ersten Tag eines Praktikums bei einer Produktionsfirma. Die Realität holte mich aber ziemlich schnell ein, als meine Vorschläge und Schreibweise als nicht geil und schreiend genug abgeschrieben wurden und der ein oder andere Pitch vor versammelter Mannschaft zerrissen wurde. „Nimm’s nicht persönlich“ hörte ich öfter als einmal.

Etwas nicht persönlich zu nehmen, obwohl du stundenlang recherchiert hast und dein ganzes Herz in diesen kleinen Text steckst, ist gar nicht so einfach. Trotzdem ließen mich Gelächter und böser Sarkasmus irgendwann kalt – einfach, weil es tatsächlich absolut nichts mit mir zu hat, ob jemandem der Text gefällt oder eben nicht.

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Letztendlich sind Geschmäcker verschieden und was ich als etwas empfinde, auf das die Menschheit nur gewartet hat, kann der nächste als Nonsens sehen.

Harte Arbeit zahlt sich aus

Das ist aber nicht der einzige Grund, weshalb ich an Selbstbewusstsein gewann und mich nicht versteckte. Ich wurde von Mal zu Mal besser, wurde immer öfter gelobt und auf einmal war auch meine Meinung wichtig. Plötzlich sprudelten nur so die Ideen aus mir heraus und ich wurde immer motivierter.

Obwohl die Themenfelder der Produktionsfirma nicht wirklich mit meiner Lebenswelt übereinstimmten, versuchte ich, diese zwei Welten trotzdem in Einklang zu bringen und ich kann mit Stolz behaupten, dass das ziemlich gut gelungen ist.

Auch wenn das nicht mein großer Durchbruch als Journalistin war und ich keine Ahnung habe, wann dieser kommen wird, bin ich mir sicher, dass er kommen wird. Denn nur weil „jeder irgendwas mit Medien studiert“, muss das nicht automatisch heißen, dass deswegen keine Karriere mehr möglich ist.

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Engagement und Ehrgeiz sind, so wie in jeder anderen Branche auch, Grundvoraussetzungen, um erfolgreich zu sein. Vielleicht ist es schwieriger, in dieser Welt Fuß zu fassen, aber ich habe keinerlei Zweifel, dass es sich lohnen wird.

* Nele studiert Medienkommunikation und Journalismus und beabsichtigt, genau das zu ihrem späteren Beruf zu machen. Angefixt vom Schreiben dieses Beitrags plant sie, schon bald ihren eigenen Blog zu starten, in dem es voraussichtlich um den Einstieg ins Medienbusiness und alles, was Millenials sonst so beschäftigt, gehen soll. Bis dahin postet sie auf Instagram die Sternstunden ihres Lebens.*