„Für die PR ist Social Media eine der größten Errungenschaften!“

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PR für einen Energiekonzern zu machen, hatte für mich bis heute ziemlich wenig mit der PR in der Entertainmentbranche gemeinsam. Aber Maximilian Heiler hat mich in unserem Gespräch vom Gegenteil überzeugt. Da gibt es durchaus Gemeinsamkeiten. Und Pressearbeit für einen Konzern hat nichts mit spießig und unkreativ zu tun – im Gegenteil!

Im PRleben Interview gibt der Unternehmenssprecher  von E.ON unter anderem Einblicke in seine tägliche Arbeit, erklärt, wie er welche Daten für die PR nutzt, ohne dass es zu technisch oder langweilig ist. Und außerdem verrät er, was ihm in der Zusammenarbeit mit Medien am wichtigsten ist!

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Maximilian Heiler
Unternehmenssprecher E.ON

Was genau ist dein Job und wie bist du dazu gekommen?

Ich verantworte die Unternehmenskommunikation bei E.ON Energie Deutschland. Darunter fallen die externe, interne und Online-Kommunikation. Medien und die damals immer populärer werdenden sozialen Netzwerke haben mich fasziniert, genauso die Arbeit mit Menschen. Nach meiner Werkstudententätigkeit bei E.ON bin ich dann dort als Pressesprecher und Communications Manager gestartet und durfte schnell immer mehr Verantwortung übernehmen.

Hast du so etwas wie einen typischen Arbeitstag? Wie sieht der aus?

Ich glaube, dass es einen typischen Arbeitsalltag in der Kommunikation überhaupt nicht geben kann, zu vielseitig und abwechslungsreich sind die Themen. Aber mein Tag startet auf jeden Fall morgens immer mit einem Check auf Twitter und den unseres Mediamonitorings. Im Büro macht es mir dann am meisten Spaß, mit meinen Kollegen daran zu arbeiten, unsere Kommunikation immer wieder neu zu erfinden, neues auszuprobieren und Themen zu finden, die extern wie intern begeistern.

Natürlich gehört es auch dazu, Kommunikationsberater im Unternehmen zu sein. Erfolgreich ist ein Arbeitstag immer dann, wenn ich möglichst viel Kontakt mit Journalisten hatte, ihnen weiterhelfen konnte und als verlässlicher Sprecher wahrgenommen werde.

PR für einen Energieversorger zu machen, stelle ich mir jetzt nicht besonders einfach vor. In der Entertainment PR arbeiten wir vorwiegend mit Redaktionen der Boulevardpresse oder des Panorama zusammen.  Was sind die Medien, mit denen du hauptsächlich zusammenarbeitest?

Jede Branche hat sicherlich ihre eigenen Herausforderungen. Und wir arbeiten natürlich auch daran, den Unterschied zwischen uns und Wettbewerbern herauszuarbeiten und den Vorteil unserer Produkte und Services hervorzuheben. So abwechslungsreich wie unser Produktangebot, ist auch die Medienlandschaft, mit der wir arbeiten dürfen. Das macht eben auch den großen Reiz aus.

Das reicht von bundesweiten und regionalen Wirtschafts- und Verbrauchermedien bis zu Fachzeitschriften für technische Lösungen unserer B2B-Kunden. Und selbstverständlich gehören dazu auch Lifestylemedien. Es ist am Ende immer eine Frage, wie man Kommunikation gestaltet und Aufhänger findet. Der Schlüssel dafür ist Storytelling, gemacht mit viel Liebe für Kunden.

Ein Thema, mit dem du dich auseinandersetzt, ist Daten-PR! Für mich klingt schon der Begriff so, als würde es jetzt trocken und kompliziert 🙂 Liege ich da richtig?

Ganz und gar nicht. Vielmehr machen wir unsere Themen damit ganz besonders aufregend. Dahinter steckt die Idee, Daten für unser Storytelling so zu nutzen und aufzubereiten, dass sie einen Wow-Effekt hinterlassen. Und das gilt für die PR genauso wie für Content oder die interne Kommunikation. Natürlich sind Excelsheets erstmal gar nicht für kreative PR-Menschen gemacht.

Dennoch bergen Daten und Zahlen die große Chance, die Geschichte der eigenen Kunden zu erzählen, sich ins Gespräch zu bringen und auch Aussagen glaubhaft darzustellen, also eine Mischung aus Nachrichten, Unterhaltung und Information. Wer Spaß daran findet, sich auf die Suche nach spannenden Daten zu machen, profitiert immer davon. Wir werten dafür zum Beispiel auch regelmäßig Wetter- oder Verbrauchsdaten aus und suchen darin einen Erkenntnisgewinn für unsere Kunden.

Hast du ein konkretes Beispiel, wie ihr bei E.ON Daten für die PR nutzt?

Ich hätte ganz viele. Begonnen beim Solarstromrekord bis zu bundesweiten Verbrauchsrankings. Aber mein Lieblingsbeispiel stammt aus einer sehr regionalen Kommunikation: Zum 45. Geburtstag des beliebten Riversurfens auf der Eisbachwelle  in München haben wir ausgerechnet, dass 4.500 Surfer im Jahr 45 Minuten die Welle reiten müssten, um so viel Energie zu verbrauchen, wie ein Haushalt in München jährlich Strom verbraucht.

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(Quelle: E.ON)

Das eigens zum Eisbachwellen-Geburtstag geshootete Foto mit einem Surfer und einem Strauß roter Rosen schaffte es dann auch gleich auf mehrere Titelseiten und kam auch „social“ ganz gut an.

Geht das auch in anderen Branchen? Beispielsweise im Entertainmentbereich?

Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass das in allen Branchen funktioniert. Wichtig ist die eine Frage: Liefern mir Daten einen zusätzlichen Mehrwert oder sorgen sie für einen aktuellen Aufhänger, über das Unternehmen oder Produkt zu berichten?! Dabei ist es weniger eine Frage der Branche, als vielmehr dem Analyse- und Interpretationsvermögen sowie der Kreativität, spannenden Content zu entwickeln.

Was bedeutet für dich gute PR?  Kannst du sagen, welche Eigenschaften ein guter PR-Mensch mitbringen sollte?

Ganz klar: Eine vernünftige Kombination aus Verlässlichkeit und Kreativität. PR ist zudem immer dann erfolgreich, wenn sie die Kundenbrille aufsetzt.

Eigentlich hast du BWL studiert, warum bist du in die Kommunikation gegangen?

Wirtschaftliche Zusammenhänge schnell zu erfassen und lösungsorientiert zu denken, hat mir mein BWL-Studium beigebracht. Allemal ein gutes Handwerkszeug. Aber Spaß hatte ich schon immer mehr an kreativeren Aufgaben und mir selbst ist im persönlichen Umgang Kommunikation sehr wichtig. Bei Praktika wurde mir auch schnell bewusst, dass ich lieber an der Schnittstelle zwischen Journalismus und Wirtschaft arbeiten will.

Ist die Digitalisierung für die PR-Branche Chance oder Risiko?

Die Digitalisierung bietet doch jedem einzelnen im privaten Bereich auch Vorteile, sie macht das Leben bequemer, vernetzt uns alle weltweit und baut Hürden ab. Da ich Veränderungen grundsätzlich positiv gegenüber stehe, sage ich eindeutig: Chance! Für die PR heißt das aber auch, verantwortungsvoll mit der Digitalisierung umzugehen.

Was sollte ein PR-Mensch im Job auf jeden Fall vermeiden? Gab es mal ein negatives PR-Erlebnis?

Ich renne nicht gern mit dem erhobenen Zeigefinger umher. Aber was ich jedem in der PR rate ist, sein Gegenüber so zu behandeln, wie man auch selbst behandelt werden möchte. Aber das gilt nicht nur für die PR-Branche.

Was ist dir persönlich im Umgang mit Journalisten / Berichterstattern wichtig?

Ich selbst will als verlässlicher Partner wahrgenommen werden. Ganz wichtig dafür ist Fairness und Offenheit im Umgang miteinander.

Welchen Stellenwert hat Social Media für dich? Welches sind deine drei liebsten Plattformen und warum?

Mir persönlich macht Social Media unheimlich viel Spaß. Ich teste auch fast jedes neue soziale Netzwerk. Und für die PR ist Social Media eine der größten Errungenschaften. Meine Lieblingsplattformen sind LinkedIn als Netzwerk, Instagram als private und Twitter als berufliche Inspirationsquelle.

Kannst du dich (ganz allgemein) an eine PR-Aktion erinnern, die dich begeistert hat? Wenn ja welche und warum?

Darf ich PR-Aktion weiterfassen? Dann wäre es beispielsweise die herrliche Social Media Kommunikation von Lidl wie zum Beispiel ihre eigene Interpretation von La La Land, weil sie einfach Spaß macht und mir im Gedächtnis bleibt.

Und dann will ich eine Lanze für meine Kollegen bei E.ON Italia und ihrer Frozen Palace-Aktion brechen: Sie haben einmal quasi über Nacht die Fassade eines Hauses in der Mailänder Innenstadt per Attrappe „einfrieren“ lassen, um auf das Thema Energiesparen aufmerksam zu machen.

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Die Bilder, Posts und Tweets schaue ich mir heute noch gern an.

Was würdest du einem jungen Menschen raten, der nach dem Abi in die Kommunikationsbranche möchte? Welchen Weg sollte er einschlagen?

Die Arbeit in der Kommunikation ist so abwechslungsreich und spannend, dass ich zunächst einmal jedem viel Spaß dabei wünsche. Und dann gilt es, möglichst viel auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln, sei es in Nebenjobs oder Praktika. Arbeit soll in erster Linie Freude bereiten – und dort, wo es einem am besten gefällt, sollte man sich weiterentwickeln.

Verrätst du uns drei Bücher die dich beruflich/ persönlich weitergebracht haben?

Anstatt von Büchern habe ich bisher am meisten profitiert von Gesprächen mit denen, die Inspirationsquelle sind und/oder mit Leidenschaft PR machen. Deshalb keine Buchempfehlung, sondern der Tipp, sich zu vernetzen und mit spannenden Menschen zu reden.

Vielen Dank, Maximilian!