6 Mythen aus dem PRleben

…im Entertainmentbereich – und wie die Realität aussieht!

Oft sehen Menschen, wenn sie von außen auf einen Job schauen, nur die positiven Seiten.  Naja gut, die Deutschen vielleicht nicht unbedingt, weil diese ja sowieso vieles einfach blöd finden 😉 – Aber das ist ein anderes Thema.

Jobs, die man selber nicht macht, wirken oft schillernder und schöner, als sie vielleicht sind. Der Bäcker ist von köstlichen Dingen umgeben, aber er muss nachts verdammt früh aufstehen. Der Lehrer hat ja sooooo viel Urlaub, aber die Unterrichtsvorbereitungszeit oder den Kampf mit anstrengenden Schülern bedenken Wenige. Der erfolgreiche Manager hat so richtig viel Geld, aber dass er oft kaum Privatleben hat und nur selten seine Familie sieht, sehen Außenstehende oft nicht. So hat jeder Beruf sicher seine Vor- und Nachteile.

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Das gilt auch für den PR-Beruf, zumindest bei uns im Entertainmentbereich. Hier werde ich immer mal wieder mit Aussagen konfrontiert, die ich dann versuche geradezurücken. Sechs davon habe ich euch hier zusammengestellt:

1. „Du feierst auf den coolsten Partys“

Coole Partys? Auf jeden Fall! TV-Shows, Musikpreis, Parfümpreis, Filmpremieren usw. überall gibt es coole Aftershowpartys… da ist jede Menge Potential. Coole Partys auf denen du als PR-Manager im Entertainmentbereich anwesend bist. Aber feiern? Nein! Du bist dort, um zu arbeiten!

Ein Eventarbeitstag beginnt in der Regel morgens gegen 10 Uhr. Die Location muss pressetauglich vorbereitet werden. Journalisten haben jede Menge Last-Minute-Fragen, Änderungen und Co. Auch der Kunde braucht dich für letzte Abstimmungen etc.

Spätestens ab mittags läufst du mit einem Headset auf dem Kopf herum, um mit deinen Kollegen in ständigem engen Kontakt zu sein und nebenbei steht dein Handy nicht still. Bevor der Rote Teppich beginnt, müssen Fotografen, Kamerateams und Co. akkreditiert werden.

Später am Teppich bist du dann der Ansprechpartner für Promis und Journalisten …und du bleibst es auch bis in den späten Abend.

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Mit Feiern ist nicht viel. Sollte dann endlich die Zeit gekommen sein und du bist mit deinem Job fertig, dann schmerzen deine Beine vom vielen Laufen und dein Kopf freut sich am meisten über Ruhe, schlafen, Kraft tanken für den kommenden Tag, denn da wirst du früh wieder aufstehen und die Presse auswerten müssen… Dein Kunde möchte ja wissen, wer über seine Veranstaltung berichtet.

2. „Backstage ist es bestimmt mega glamourös!“

Denkste! Das ist in den seltensten Fällen so. Das was die Besucher einer Veranstaltung oder die Fernsehzuschauer dann in einer Übertragung sehen, DAS ist glamourös. Was sich hinter den Kulissen abspielt, ist oft das Gegenteil.

Einzig schöne Orte sind, mit etwas Glück, die Künstlergarderoben. Aber die Produktionsbüros, Proberäume, Catering und Co. würden bei vielen Menschen Verwunderung auslösen. Wie es wirklich Backstage aussieht, habe ich hier beschrieben.

3. „In der PR-Branche sind immer alle gut drauf“

Gibt es einen Job in dem das so ist? Wohl eher nicht! Solange alles gut läuft, sind die Menschen gut drauf -naja, zumindest die meisten-, aber es gibt -wie in jedem Job- Hindernisse.

Immer wieder geht es darum neue spannende Ideen zu entwickeln, Konzepte zu schreiben oder Präsentationen vorzubereiten und zu halten. Oft wird mit ziemlich großem Zeitdruck -auch mal bis tief in die Nacht- gearbeitet. Da vergeht einem auch hin und wieder mal die Laune.

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4. „Ein PR-Manager kennt alle Medien“

Nein! Niemand kann alle Medien kennen. Ein Arzt kennt auch nicht alle Medikamente und ein Koch kennt nicht alle Rezepte. ABER der PR-Manager weiß, wie er in Kontakt zu Medien treten kann, die er nicht auf Anhieb kennt und was er benötigt, um das Interesse der unterschiedlichen Redakteure zu wecken. Zumindest kann man das von einem guten PR-Manager erwarten.

5. „Dein Job ist so abwechslungsreich!“

Objektiv gesehen ist das wahrscheinlich richtig. Aber grundsätzlich gibt’s auch Dinge in meinem Berufsalltag, die ziemlich langweilig und eintönig sind. Auch wenn das sicherlich Ansichtssache ist. Unliebsame Sachen wie Verteilerpflege, immer wieder sein Adressbuch aktualisieren, Dokumentation –wer hat wann und wo über was genau berichtet–, Akkreditierungsbestätigungen personalisieren und alle einzeln verschicken etc. all das ist nicht besonders sexy und kann auch nicht immer an Praktikanten „ausgelagert“ werden. Aber es gehört einfach dazu.

6. „Du hast immer so kreative Ideen!“

Ideen zu haben, mit denen Menschen, Veranstaltungen oder Produkte in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit erregen, gehört auf jeden Fall zu meinem Beruf. Aber diese Ideen kommen nicht von jetzt auf gleich – schön wär´s! Oft ist eine wirklich gute Idee harte Arbeit.

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Manchmal sprudeln sie. Manchmal fühlt es sich an, als hätte man einfach ein Brett vor dem Kopf. Mir hilft es dann immer rauszugehen, Sport zu machen, Freunde zu treffen – mich abzulenken. Die besten Ideen entstehen selten am Schreibtisch.

Abschließend

Nicht dass es jetzt falsch rüberkommt: Ich mag meinen Job sehr und möchte ihn nicht missen, aber genau wie jeder andere Beruf hat auch dieser seine Schattenseiten.

2 Gedanken zu “6 Mythen aus dem PRleben

  1. ansgaransgar schreibt:

    Zu Punkt 3: Ob wirklich ALLE PR Manager wissen, wie man in Kontakt zu Medien tritt….?! Wenn ich mir anschaue, was für absurd schlechte Pressemitteilungen oft rausgeschickt werden und dass diesen dann noch von den Praktikanten hinterhertelefoniert wird, kommen mir die Zweifel daran 😉

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  2. PRleben schreibt:

    Lieber Ansgar,
    als Mädchen aus dem Rheinland versuche ich natürlich erstmal positiv zu denken 😉 Vielleicht haben die armen Praktikanten die PMs auch geschrieben (und niemand hatte Zeit sie zu korrigieren), bevor sie dann hinterher telefoniert haben ;)…
    Viele Grüße
    Verena

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