Warum du nicht alles können musst!

Grundsätzlich versuche ich mich von dem Gedanken frei zu machen, ein Perfektionist sein zu wollen. Denn das bin ich ganz und gar nicht. Doch es gibt viele Situationen in meinem beruflichen Alltag, in denen ich erstmal denke: „Nee, das kann ich nicht.“ „Da muss ich noch ganz viel lernen, bevor ich behaupten kann, WIRKLICH Ahnung davon zu haben.“ „Nein, ich bin nicht bereit für diese Aufgabe, weil mich das überfordern würde.“

Erstaunlicher Weise habe ich gemerkt, dass ich mit dieser Denkweise nicht allein bin. Entscheidend ist nur richtig mit der Situation umzugehen. Und zwar sich nicht von seinen Zweifeln leiten zu lassen, sondern die Dinge anzugehen, trotz der Zweifel die aufkommen und sich immer wieder zu sagen, dass es ganz normal ist Neuem mit „Respekt“ zu begegnen, aber nicht davonzulaufen.

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Erst neulich gab es bei mir wieder eine solche Situation. Ein Veranstalter hat mich angesprochen, ob ich Interesse hätte, ein Tagesseminar für PR-Volontäre zu geben. Arbeitstitel: „PR und Events“. Im allerersten Moment (ein halbes Jahr vor der Veranstaltung) dachte ich: Ach klar und habe zugesagt.

Je näher der Termin rückt, je intensiver ich mich mit dem Thema befasse, desto öfter denke ich: „Oh man, es gibt so viele Events, von denen ich keine Ahnung habe, vielleicht sollte jemand dieses Seminar geben, der viel mehr Plan von der ganzen Materie hat etc…!“  Und wenn das Gedankenkarussell einmal losgeht, dann ist es nicht so leicht zu stoppen. Und am Ende der Karussellfahrt bin ich ausgestiegen mit dem Vorsatz dem Veranstalter abzusagen.

Ich hatte das Glück am Zweifelabend eine meiner besten Freundinnen zu treffen, die mir, in ihrer charmanten Art gründlich den Kopf gewaschen hat und mir sehr direkt zu verstehen gab, dass meine Gedanken absolut unlogisch sind. Wer, wenn nicht jemand, der diverse Veranstaltungen vom ECHO, über den deutschen Fernsehpreis, Shop-Eröffnungen, Preisverleihungen bis hin zu Launch-Events für irgendwelche Produkte, der noch dazu Erfahrung in Sachen Lehre hat, soll ein solches Seminar geben!? Hm – OK. Irgendwie hatte sie ja recht.

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Dennoch ist da zwischendurch manchmal dieses Gefühl irgendwann „aufzufliegen“, weil man ja eigentlich nichts so richtig kann. Gerade in unseren „Dienstleistungsberufen“ ist es nicht so einfach, sein Können an Fakten festzumachen. Ein guter Arzt behandelt erfolgreich Krankheiten, ein Gärtner verbringt so manches Wunderwerk in der Natur, ein Koch zaubert fantastisches Essen etc. hier sind überall messbare bzw. sichtbare Erfolge das Ergebnis guter Arbeit.

In der Kommunikation sind diese nicht immer sofort erkennbar, da wir PR-Manager oft nur ein Rad im großen Ganzen sind. Wenn ein Produkt schlecht ist, kann die Kommunikation noch so gut sein, wenn ein Künstler im Interview wirklichen Mist raushaut, kann der PR-Agent noch so gut vernetzt sein – wenn das Kind einmal in den Brunnen gefallen ist, können wir nur noch Schadensbegrenzung betreiben, aber das Ruder dann komplett rumzureißen ist schwierig und das Ergebnis erfüllt einen selten so sehr wie ein gelungenes Essen.

Darüber hinaus sollen gute PR-Manager in der heutigen Zeit eigentlich ALLES können und wissen. Ein Blick in Stellenanzeigen lässt mich manchmal schmunzeln. Neben den üblichen Anforderungen, sind in Stellenanzeigen die folgenden Dinge gefordert: Abgeschlossenes Studium, Berufserfahrung im Marketingbereich, nachweisbare Expertise und Erfahrung im Online-Marketing, Entwicklung und Umsetzung von PR-Strategien, redaktionelle und visuelle Aufbereitung von relevanten Themen, Konzeption und Mediale Begleitung zu Veranstaltungen, Leidenschaft und ein gutes Netzwerk für Pressekontaktarbeit zu Print-, TV-, Radio- und Onlinemedien…

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…relevante Erfahrungen in der Entwicklung von Presse- und PR-Konzepten, Erarbeiten und Umsetzen von Social Media Strategien, Video-/Audio-Aufnahme, Postproduktion und Archivierung, z.B. Interviews, Vorlesungen, Screencasts, Tutorials für Digital Datenbanken, zusätzliche Aufgaben in verwandten Bereichen, kreativer „Macher“ mit Innovationsbereitschaft, starke Eigenverantwortung und Eigeninitiative, Teamplayer mit hoher sozialer Kompetenz und guten kommunikativen Fähigkeiten… und ich könnte weitere Punkte aufzählen.

Wer da sofort schreit: Kann ich alles mit links, dem glaube ich einfach nicht.Selbstverständlich versuche ich mich beruflich weiterzubilden. Jeden Tag.

Es gibt Dinge die Du lernen kannst. Und du musst nicht in allem ein Experte sein. Viel wichtiger ist der Mut, die Dinge einfach mal anzugehen, als sofort aufzugeben und wenn es dafür eine gute Freundin oder sonstigen Zuspruch von außen oder manchmal einen Tritt in den Hintern braucht, dann ist das ok.

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Oft motiviert mich auch das, was ich von meinen Gesprächspartnern bei „Be your brand“ höre. Jeder einzelne bestätigt mich in meiner Theorie, dass es gar nicht darum geht alles zu können, sondern mutig den ersten Schritt zu machen. Ganz viel ergibt sich auf dem Weg und – es tut nicht weh zuzugeben, auch mal etwas nicht zu wissen oder zu können und um Hilfe zu bitten!

Darüber hinaus finde ich es sehr wichtig, sich auch persönlich weiterzuentwickeln. Ich möchte nicht am Ende meines Lebens denken: Ach hättest du doch besser mal, wieso hast du denn nicht!? Mein Motto ist, schon seit langem: Einfach mal machen. Eigentlich war das schon immer mein Motto, doch in einigen Situationen muss ich mich selber wieder daran erinnern.