Radio-PR: Wie du Themen beim Marktführer platzierst

Mit welchen PR-Aktionen radio NRW auf sich aufmerksam macht und was PR-Menschen tun müssen, um den Marktführer für ein Thema zu interessieren… darüber spricht Thorsten Sutter bei PRleben. Außerdem verrät der stellvertretende Leiter der Musikredaktion, welches Getränk er lieber auf dem T-Shirt hat als im Glas.

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Thorsten Sutter, stv. Leitung Musikredaktion/ Artist Relations bei radio NRW

Was genau ist dein Job und wie bist du dazu gekommen?

Ich bin stellvertretender Leiter der Musikredaktion von radio NRW, kümmere mich in dieser Funktion – neben den musikredaktionellen Tätigkeiten – in erster Linie um den Kontakt zu Labels, Managements, Promoagenturen etc., um deren Themen auf verschiedenste Art und Weise in unserem Programm abzubilden.

Zuvor war ich jahrelang in ähnlicher Position bei Radio Salü in Saarbrücken angestellt. Zum Zweck der beruflichen Orientierung und Weiterbildung habe ich Ende 1996 ein Praktikum bei radio NRW begonnen und wurde nach wenigen Wochen gebeten, doch gleich ganz da zu bleiben.

Wie kommst du in deinem Job am häufigsten an gute Geschichten, Informationen? Social Media, Newsseiten im Netz, persönliche Kontakte, eigene Recherche…

Eine Mischung aus allem. Eigene Recherche ist ebenso wichtig wie die Vernetzung mit den relevanten Industrie-Partnern. Und da es nun mal ein „Peoples Business“ ist, sind die persönlichen Kontakte entscheidend – nahezu unabhängig vom jeweiligen Thema.

Was bedeutet für dich gute PR? Kannst du sagen, welche Eigenschaften ein guter PR-Mensch mitbringen sollte?

Gute PR muss mich für ein Thema interessieren – ob es mich begeistert, hängt dann vom Thema ab, dann hat aber die PR ihren Zweck erfüllt. Ein guter PR Mensch sollte sowohl sein Produkt kennen und es verkaufen können, als auch mit genügend professionellem Abstand die Relevanz für mich einschätzen können – und dazu gehört natürlich auch, dass der PR-Mensch meine Bedürfnisse und Interessenslagen kennt.

Kannst du dich an eine PR-Aktion erinnern, die du richtig gut fandest?

Ich habe im vergangenen Jahr zur VÖ des letzten U2-Albums zusammen mit dem Label ein Mini-Unplugged-Konzert mit der Band in unserem Funkhaus vor ca. 200 Leuten organisiert. DAS fand ich richtig gut und selbst die, die die ganze Aktion Mist fanden, haben ewig lang darüber berichtet und dabei in aller Regel auch unseren Namen korrekt genannt – alles richtig gemacht!

Auch die Mini-Konzerte, die wir jedes Jahr zugunsten unserer Charity-Aktion Lichtblicke im Advent an verschiedenen öffentlichen Orten in ganz NRW veranstalten sind ebenso emotional wie erfolgreich. Wenn sich z.B. rund 4000 Leute im Schneeregen bei Minusgraden auf einem Marktplatz am Niederrhein versammeln, um etwa ANDREAS BOURANI auf einer Minibühne zuzujubeln, ist das schon ein besonderes Erlebnis.

Was sollte ein PR-Mensch im Job auf jeden Fall vermeiden? Gab es mal ein negatives PR-Erlebnis?

Er sollte schon darüber informiert sein, wer ich bin und was meine Aufgabe ist. Ebenso wenig beeindruckt mich das unreflektierte Abfeiern eines Themas. Zu guter PR gehört für mich zwingend auch, dass der PR’ler sein Thema und dann die Relevanz für mich realistisch einschätzen kann.

Passiert das nicht, verliere ich schnell die Lust an Produkt und PR.

Du bekommst ja viele Angebote von PR-Menschen, welche Angebote sind dir am liebsten und womit kannst du gar nichts anfangen?

Mir sind die Angebote am liebsten, mit denen ich etwas anfangen kann….

Welches Unternehmen / welche Marke leistet deiner Meinung nach richtig gute Öffentlichkeitsarbeit und warum,… was beeindruckt dich daran?

Unternehmen mit starken Brands (=Marken), die fast schon unabhängig vom Produkt laufen, wie bspw. „Red Bull“ oder „Apple“ nötigen zumindest aus PR-Sicht Respekt ab.

Und da ich mich zum Beispiel noch erinnern kann, welch dröge Altherren-Marke „Jägermeister“ einst war, ist die Metamorphose zum Lifestyle Getränk mit coolem Image weltweit schlicht sensationell.

Am beeindruckendsten für mich persönlich: Ich würde das Zeug nie trinken, das T-Shirt aber mit Stolz tragen.

Könntest du dir vorstellen vom Journalismus in die PR zu wechseln? Warum /warum nicht?

Nö, ich lass mich lieber promoten als zu promoten. Und ob es mir selbst – wie von mir ja gefordert – gelingen würde, meinen persönlichen Geschmack von dem von mir beworbenen Produkt zu trennen, muss ich leider bezweifeln. 🙂

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2 Gedanken zu “Radio-PR: Wie du Themen beim Marktführer platzierst

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