„Der Bedarf an „quality content“ ist hoch“

„Nichts ist leichter, als so zu schreiben, dass kein Mensch es versteht; wie hingegen nichts schwerer, als bedeutende Gedanken so auszudrücken, dass jeder sie verstehen muss.“ …um mal mit den Worten von Arthur Schopenhauer zu  beginnen. Recht hat er!

Im PRleben Interview spreche ich heute mit einer wahren Koryphäe auf dem Gebiet guter Texte. Redakteurin Sabine Fäth erzählt was einen guten PR-Text ausmacht, wie die Digitalisierung ihre Branche verändert und warum sie ein Fan der Handelsblatt-Gruppe ist.

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Sabine Fäth, Journalistin

Was genau ist Ihr Job und wie war Ihr Weg dorthin?

Ich bin Gründerin von SCRIBERS[HUB] – the write choice! Ein Vermittlungsservice für freie Texter, Journalisten und Autoren. Als langjährige Chefredakteurin (zuletzt „FÜR SIE“) habe ich die Zusammenarbeit mit freien Mitarbeitern sehr geschätzt. Allerdings war die Suche im eigenen Netzwerk und im Internet oft mühsam, zeitaufwändig und wenig erfolgreich. Wenn man dringenden Bedarf hat, den das eigene Netzwerk nicht abdecken kann, braucht man in der Regel kurzfristig jemanden, es muss also schnell gehen. So entstand die Idee von SCRIBERS[HUB]. Endlich einen professionellen, verlässlichen und schnellen Vermittlungsservice aufzubauen. SCRIBERS[HUB] ist der qualitative Matchmaker zwischen Freelancern und Auftraggebern geworden.

Sie haben ihr Startup „SCRIBERS[HUB]“ vor rund einem Jahr gegründet. Was genau bieten Sie wem?

Ich habe SCRIBERS[HUB] im Oktober 2016 für Auftraggeber gestartet. Unser USP: hier findet man den passenden Schreiber für jeden Bedarf – alle auf Qualitätsstandards mit Arbeitsproben, Referenzen und Lebenslauf verifiziert. Egal ob man den Fachjournalisten für Fliegenfischen sucht oder ein agiles Redaktionsteam, wir finden schnell und verlässlich den „perfect match“ – für jede Branche und alle Medienkanäle.

Mit SCRIBERS[HUB] biete ich einen individuellen Suchservice an oder die selbständige Suche über die Datenbank der SCRIBERS[HUB]-Plattform.

Verraten Sie uns wie viele Schreiber ungefähr bei Ihnen „registriert“ sind? Gibt es nicht viel mehr freie Schreiber als Unternehmen, die einen Texter suchen?

Wir haben mittlerweile 800 verifizierte Schreiber in der Datenbank und die wächst und wächst. Die Anzahl der Digital-Nomaden und Menschen, die sich für mobiles Arbeiten entscheiden, hat stark zugenommen. Allerdings ist der Markt der Freelancer auch sehr intransparent geworden. Hier hilft SCRIBERS[HUB] als verlässliches Qualitätsnetzwerk. Unsere Hauptauftraggeber kommen aus der PR, dem Corporate Publishing und Content-Marketing.

Der Bedarf an „quality content“ ist hoch und wir stellen eine zunehmende Nachfrage an Nischenschreibern fest. Kürzlich suchte eine Agentur dringend einen Hundespezialisten für einen Firmenblog im Großraum Osnabrück. In 35 Minuten hatten wir eine Auswahl an potentiellen Kandidaten gefunden. Man entschied sich dann für eine Journalistin aus Bremen. Beide hätten sich wohl nie im Leben gefunden und jetzt sind sie happy!

Schreiben Sie und Ihre Autoren auch PR-Texte?

SCRIBERS[HUB] vermittelt „kluge Köpfe für kluge Inhalte“, d.h. wir sind nur Matchmaker und keine Content-Plattform. Klar, vermitteln wir auch PR-Texter für alle Themengebiete und Medienkanäle. Aber auch Journalisten sind zunehmend interessiert an PR-Jobs. Es gab noch nie so viele gute „Storyteller“ im Markt wie heute.

Sie haben damals, als Sie in der Redaktion gearbeitet haben, sicherlich Unmengen von PR-Texten bekommen. Was ist bei Ihnen sofort in den Papierkorb gewandert?

Das gab es vielfältige Gründe: Massenaussendungen, die nicht personalisiert waren oder ganz schlimm, wenn die Adressaten nicht mehr existierten (mangelnde Verteilerpflege!), PR-Texte, die nicht zum Medium passten (z.B. Inkontinenz für junge Frauenzeitschrift) und PR-Texte, die keinen News-Charakter hatten bzw. austauschbar waren.

Was sagen Sie als Profi, sind die wichtigsten Regeln für einen guten PR-Text?

Er muss neugierig machen, thematisch schnell auf den Punkt kommen und zumindest „gefühlten“ News-Wert besitzen (z.B. aktuelle Studie oder Umfrage).

Sie haben für div. Frauenzeitschriften gearbeitet und sicherlich auch oft mit PR-Menschen zu tun gehabt. Was musste ein Thema für Sie haben, dass es sie gereizt hat?

Es musste ganz klar zu unserer Zielgruppe bzw. Leserschaft passen: Was hat die Leserin davon? Welchen News-Wert bzw. Mehr-Wert bieten wir ihr mit diesem Thema?

Wie ist Ihre Meinung in Bezug auf die Autorisierung von Interviews? Können Sie sich an ein Erlebnis erinnern, dass Ihnen nachhaltig im Gedächtnis geblieben ist?

Die Autorisierung hat sich mittlerweile bei Promis und Personen des öffentlichen Lebens sehr verbreitet. Da kamen schon mal Texte zurück, die wir nicht wiedererkannten. Bei Politikern habe ich das oft erlebt. Ich finde es in Ordnung, wenn man Zitate autorisieren lässt. Ganze Texte absegnen zu lassen, lädt zum willkürlichen Redigieren ein.

Auch wenn Sie seit zwei Jahren nicht mehr auf Redaktionsseite arbeiten: Inwiefern hat sich der berufliche Arbeitsalltag bei einer Frauenzeitschrift in den letzten Jahren durch die Digitalisierung verändert?

Ich bin durch meine Branchenexpertise immer noch im engen Austausch mit Verlagen und berate auch bei Entwicklungsprojekten. Die Digitalisierung hat die Workflows in den Redaktionen immens verändert. Neue CMS-Systeme optimieren die Redaktionsarbeit und lassen flexiblere Arbeitsmodelle zu (z.B. Home-office, agile Projektarbeit). Allerdings hängen diese Veränderungen auch sehr stark von der Art der Führung ab. Wie offen ist der Chefredakteur bzw. die Verlagsleitung für „new work“. Ich glaube, da muss sich noch viel ändern.

Sind Sie selbst Social-Media-mäßig unterwegs? Welche zwei Plattformen haben für Sie einen besonderen Reiz und welche zwei Kanäle sprechen Sie gar nicht an?

SCRIBERS[HUB] hat eine FB-Page, auf der wir regelmäßig posten. FB habe ich von Anfang an auch für die Akquise der Schreiber und den Reichweitenaufbau erfolgreich genutzt. Außerdem twitter ich seit kurzem. Für B2B nutze ich aktiv Xing und Linkedin. Ich liebe Blendle, um mir meine „daily news-dose“ zu holen. Snapchat kenne ich, passt aber nicht im mein Leben.

Müssen Texter in Zeiten von Social Media anders schreiben?

Ich stehe als Journalistin hinter dem Slogan „Quality content is king“. Für mich steht Recherche und die genaue Zielgruppenansprache immer an erster Stelle. Danach gilt: wie bereite ich es für die unterschiedlichen Social Media-Kanäle auf.

Welches Unternehmen / welche Marke leistet Ihrer Meinung nach richtig gute Öffentlichkeitsarbeit und warum? Was beeindruckt Sie daran?

Die Handelsblatt-Gruppe macht für mich einen hervorragenden Job, um Leser bzw. User an sich zu binden. Sehr gutes Print-Produkt, klasse Social-Media-Einbindung, ein „Morning-Newsletter“ vom Herausgeber, Netzwerk-Veranstaltungen und die Plattform „Orange“, die Wirtschaftsnachrichten für Jugendliche anbietet. Am Handelsblatt kommt man nicht vorbei!

Vielen Dank, Frau Fäth!

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