Warum Redaktionsbesuche keinen Sinn machen!

„Redaktionsbesuche gehören zu deinem Job!“ Das habe ich vor über zehn Jahren zu Beginn meiner Tätigkeit in der PR gelernt und es ist auch nicht vollkommen falsch. Allerdings sind Redaktionsbesuche so ein Ding. Für mich ist das Wort im Laufe der Jahre irgendwie zum Unwort geworden. Ich verbinde es mit verkrampften Gesprächen zwischen zwei Menschen, die sich überhaupt nicht kennen, nie zuvor Kontakt hatten und nun über irgendetwas reden sollen.

Redaktionsbesuche, PRleben, PR, PR Blog, Verena Bender, Medien, Presse, PR Coach, Dozentin , PR Idee, PR Beispiel, TrainingSchon beim Gedanken daran zieht es sich in meinem Bauch zusammen. Es erinnert mich ein wenig an meine Kindheit, an den armen Mann von Vorwerk, der einmal im Jahr bei meinen Eltern vorbeikam und ihnen einen neuen Staubsauger aufschwatzen wollte.

In einer Redaktion einen fremden Menschen anzurufen oder ihm zu schreiben und zu bitten, einfach mal vorbeikommen zu dürfen. Horror! Anders ist es, wenn man sich schon irgendwie kennt. Dann macht es Spaß und ist durchaus sinnvoll und hilfreich, auch mal das Arbeitsumfeld des Journalisten kennenzulernen. Ein Redaktionsbesuch als Erstkontakt ist für mich allerdings nicht der richtige Weg.

Statt „Redaktionsbesuche gehören zu deinem Job!“ würde ich eher sagen: „Menschen aus deinem Business kennenlernen! Kontakte aufzubauen und zu pflegen ist A und O in diesem Job!“ …mal abgesehen von den rein handwerklichen Tätigkeiten eines PR Managers.

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In meinen -inzwischen zehn- Berufsjahren in der PR Branche habe ich wunderbare Kontakte aufgebaut. Tolle Menschen kennengelernt, mit denen ich beruflich aber zum Teil sogar privat eng verbunden bin. KEINER davon ist dadurch entstanden, dass ich mit dieser Person in einem Redaktionskonferenzraum saß und bei einem Filterkaffee meine Themen angeboten habe. Hier drei Wege Kontakte zu knüpfen und Menschen aus der Branche kennenzulernen:

Eine gemeinsame Vergangenheit

Vor meinem Weg in die PR habe ich eine journalistische Ausbildung gemacht. Nach einer langen Zeit als freie Mitarbeiterin bei der Lokalzeitung und im Hörfunk habe ich ein Volontariat beim Radio gemacht. Zu dieser Ausbildung bei Radio MK (einer der 45 Lokalsender von Radio NRW) gehört ein drei wöchiger Volokurs an der Hörfunkakademie. Wir waren 13 Leute, die ungefähr das gleiche Schicksal teilten. Dies und drei gemeinsame Wochen – das schweißt zusammen.

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Jetzt – fast 15 Jahre später – sind wir über ganz Deutschland in den unterschiedlichsten Redaktionen und Unternehmen verteilt. Besonders zu einem dieser Kollegen besteht eine sehr enge Verbindung. Dass er inzwischen bei Deutschlands größter Presseagentur arbeitet, spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Wir haben einfach Kontakt und uns im Laufe der Jahre schon die verschiedensten Menschen gegenseitig vorgestellt, aus denen ganz wunderbare Beziehungen und Projekte entstanden sind.

Auch aus meiner Zeit als Redakteurin -selbst aus Praktikantenzeiten- habe ich Kontakte, die in den letzten Jahren gewachsen sind.

Der Udo Jürgens Fanclub

Es ist schon eine ganze Weile her, dass meine Freundin und ich –ganz privat– ein Konzert von Udo Jürgens in Düsseldorf besucht haben. Die Stimmung war ausgelassen, auch bei uns, aber als ein Großteil der Besucherinnen zum Ende der Show Teddybären, Blumen und BHs auf die Bühne warfen, blieben wir doch lieber auf unseren Plätzen. Ebenso wie zwei junge Männer drei Reihen vor uns.

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Wir kamen ins Gespräch… über Udo, über die Fans, über Köln und Düsseldorf und irgendwann über unsere Jobs.

Es entstand dort ganz zufällig guter Kontakt zu zwei Redakteuren, von denen einer für verschiedene Radiosender und TV-Produktionen arbeitet und der andere stellvertretender Redaktionsleiter  von einem der größten deutschen Talkformate in der ARD ist. Kontakte die bis heute halten und von denen einer sogar in eine Freundschaft überging.

Leidensgenossen am Roten Teppich

Auf Veranstaltungen ist es immer recht einfach, Menschen kennenzulernen. Viele Fernsehredakteure, zu denen ich guten Kontakt habe, kenne ich dadurch und es ist am leichtesten, ins Gespräch zu kommen, wenn irgendetwas passiert, dass zum Reden „zwingt“. Zum Beispiel Künstler, die nicht über den Roten Teppich laufen möchten, wie die Jungs von Take That vor einigen Jahren bei der ECHO-Verleihung. Das gemeinsame Frieren beim kältesten Roten Teppich des Jahres, den ich mit meinen Kollegen jedes Jahr Anfang Dezember vor der Bochumer Jahrhunderthalle bei der 1LIVE Krone verbringe.

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Genau wie der legendäre Red Carpet bei einem einmaligen Event in Berlin – das ich hier lieber nicht nennen möchte – bei dem einfach alles schief lief, was schief laufen konnte. So etwas sorgt für Gesprächsstoff und schweißt zusammen.

Als damals, in die Halle, in der der Rote Teppich stattfand acht Harleyfahrer reinfuhren, gefolgt von einem Auto mit getönten Scheiben, aus dem Markus Schenkenberg steigen sollte, verschlug es spätestens in dem Moment jedem die Sprache, als klar wurde, dass sich Harleys und Auto weder vor noch zurück bewegen konnten, weil 3.500 Zuschauer(!) ebenfalls über den gleichen Teppich in die Halle mussten und es keinen zweiten Ausgang gab. Ein Erlebnis über das ich noch heute mit den Berliner Kollegen lachen kann, die damals vor Ort Bericht erstatten mussten.

FAZIT: Das sind nur drei Beispiele, Menschen kennenzulernen. Auch über Social Media Kanäle, gerade über Instagram, Twitter oder Facebook; auf Veranstaltungen, durchs Telefonieren usw., habe ich spannende Leute „getroffen“. Die Wege sind vielfältig. Der schlechteste ist für mich ein „Redaktionsbesuch“ bei jemandem, mit dem ich noch nie Kontakt hatte.

(Fotos: Instagram/Facebook)

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