Was „House of Cards“ und ein „Inselwart“ gemeinsam haben

Welche PR-Aktionen sie beeindruckt haben, warum Social Media für Radio so wichtig ist und wie schnell Menschen ihre Glaubwürdigkeit verlieren können… das sind nur einige Punkte, über die Melanie Kopp im Interview mit PRleben spricht. Sie arbeitet bei Radio Galaxy, einem bayernweiten privaten Radiosender mit Sitz in Regensburg.

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Melanie Kopp, Radio GALAXY

Was genau ist dein Job und wie bist du dazu gekommen?

Ich bin Hörfunkjournalistin im Bereich Moderation und Redaktion. Eingestiegen bin ich über ein Volontariat.

Wie kommst du in deinem Job am häufigsten an gute Geschichten, Informationen? Social Media, Newsseiten im Netz, persönliche Kontakte, eigene Recherche…

Das ist ein Zusammenspiel aus all diesen Bereichen. Mal wird man über das Internet auf etwas aufmerksam, dann wieder über eigene Kontakte und Ideen. Über Brainstormings im Team, durch Recherchearbeit, Agenturen und auch der eigene Alltag bringt viele Themen hervor.

Was schätzt du am Medium Radio?

Beim Moderieren fühle ich mich nah an den Leuten. Wenn ich z.B. aus dem Studiofenster schaue und mich über die Sonne oder ein Eis später freue, tun meine Hörer das vielleicht gerade auch. Außerdem sind wir ein sehr schnelles, facettenreiches Medium. Ich kann Leute schnell informieren und sie unterhalten.

Wie wichtig ist der Bereich Social Media für deine Arbeit?

Extrem wichtig! Ich arbeite für ein junges Format und Social Media hat hier einen hohen Stellenwert. Die jungen Leute sind gern und schnell up to date und auch die Musiker stehen auf Instagram, Facebook, Twitter & Co – da müssen wir als Musiksender dran bleiben!

Was bedeutet für dich gute PR? Kannst du sagen, welche Eigenschaften ein guter PR-Mensch mitbringen sollte?

Da spielen gute Ideen, Kreativität, aber auch Verständnis und Ehrlichkeit eine große Rolle. Ein guter PR-Mensch im Bereich Radio hat dann was drauf, wenn er sich mit dem Medium, mit dem er zusammen arbeitet, hineingefühlt und Verständnis dafür hat. Wenn er für sich einmal „den Hörer spielt“ und sich in deren Lage hinein versetzt. Um so besser, wenn er vielleicht sogar schon selber einmal in einer Redaktion gearbeitet oder auch nur in Form einer Hospitanz genauer hinter die Kulissen geschaut hat.

Ich persönlich kann gut mit Pressemitteilungen arbeiten, die knapp aber informativ sind, mit Vorlauf kommen und nicht zu werbelastig sind.

Kannst du dich an eine PR-Aktion erinnern, die du richtig gut fandest?

Die letzten EDEKA TV Spots z.B. waren im Gespräch und wurden oft geteilt. Am Puls der Zeit und witzig gemacht.

Netflix hat als PR Gag aus der Serie „House of Cards“ (Schauspieler Kevin Spacey) in den Wahlkampf zu den Vorwahlen geschickt.

Zudem fand ich die PR-Aktion von Australien gut, als man dort mit dem Wettbewerb „Bester Job der Welt-Inselwart“ die Werbetrommel für den Staat rührte. Auch die Öffentlichkeitsarbeit von Beach-Inspector mit der Aktion „Strandtesterin gesucht“ fand ich gut – ein Jahr lang die besten Strände auf dem Planeten auschecken! Wer macht das nicht gern und die Medien haben sich auf die Gewinnerin gestürzt und sie berichten lassen, was sie alles erlebt hat.

Was sollte ein guter PR-Mensch im Job auf jeden Fall vermeiden? Gab es mal ein negatives PR-Erlebnis?

Man sollte hier nicht zu aufdringlich sein und in allen Dingen bei der Wahrheit bleiben. Hätten so manche Promis z.B. bessere PR-Leute, hätte sich der ein oder andere Shitstorm sicherlich vermeiden lassen. Ein ziemlich schlechter PR-Gag war von einer Band, die eigentlich nur ihr neues Album promoten und das Gerücht streuten, dass ihr Sänger vermisst sei. Dieser Gag hat sie viele Fans gekostet und ihre Glaubwürdigkeit hat schwer darunter gelitten. Der PR-Mensch, der ihnen dazu geraten hat, hat bestimmt am Vorabend zu lang gefeiert!

Du bekommst sicherlich öfters Angebote von PR-Menschen, welche Angebote sind dir am liebsten und womit kannst du gar nichts anfangen?

Themen, die unsere junge Zielgruppe nicht oder noch nicht interessieren, fallen schon mal weg.

Exklusive Angebote sind interessant und Ausgefallenes oder auch Außergewöhnliches – kein 08-15-Ding. Kooperationen, in denen man sich kreativ austauscht und den „Ideen-Ball“ hin und her spielt sind optimal.

Welches Unternehmen / welche Marke leistet deiner Meinung nach richtig gute Öffentlichkeitsarbeit und warum,… was beeindruckt dich daran?

Die PR-Strategie von Apple scheint immer aufzugehen. Das Rätselraten um die Produkte gehört mittlerweile schon dazu: Obwohl „offiziell“ im Vorfeld wenig über die neuen Sachen ausgeplaudert wird, ist die Marke vor jeder Veröffentlichung im Gespräch.

Und die Klassiker sind natürlich „Tempo“ und vergleichbare Hersteller, die es mit PR schafften, dass ihr Firmenname als Begriff für den jeweiligen Gegenstand benutzt wird.

Könntest du dir vorstellen vom Journalismus in die PR zu wechseln? Warum /warum nicht?

Von Vorteil wäre sicher meine Erfahrung von „der anderen Seite“, so könnte man Synergien nutzen. Warum nicht?!

Vielen Dank, liebe Mel!

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Ein Gedanke zu “Was „House of Cards“ und ein „Inselwart“ gemeinsam haben

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