Do’s & dont’s – Künstlerbetreuung bei Talkshows

Begleitung von Gästen zu einer Talkshow: Ja oder nein? Ein umstrittenes Thema. Keine Frage. Aus Sicht vieler Redakteure ist es vollkommen überflüssig, dass ein PR-Agent oder Manager den Künstler zu seinen Auftritten (oder auch TV-Drehs) begleitet. Als ich auf Seiten der Redaktion gearbeitet habe, fand ich diese Menschen oft auch nur hinderlich.

Sie sorgen dafür, dass der Prominente sich nicht wirklich öffnet, sie wollen einem immer einen werblichen Aspekt aufs Auge drücken, auf den die Redaktion überhaupt keinen Bock hat und manche von denen fühlen sich prominenter, als der Prominente.

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Jepp, all das kommt leider häufiger vor, als einem lieb ist und es schadet natürlich dem Ruf der Begleiter die eigentlich einen prima Job machen.

Nun – nachdem ich auch lange genug „auf der anderen (also der PR-)Seite“ arbeite – sage ich, es ist sinnvoll einen Gast zu begleiten und zu betreuen, allerdings sind dabei gewisse Spielregeln einzuhalten. Der Agent muss ganz klar wissen, was seine Aufgaben und wo die Grenzen sind.

DO

  1. Sei ein wandelndes Info-Sheet für den Künstler

Künstler sind in der Regel eng getaktet und haben die verschiedensten Verpflichtungen. Du kannst ihnen vor einer Talkshow noch so oft schreiben, um welches Thema es geht, wie der Redakteur heißt, in welchem Hotel er schläft und von wo und wann sein Rückflug geht etc.. Zu 88% weiß er vor Ort über die Hälfte all dieser Punkte nichts. Es ist deine Aufgabe, alle Details zu kennen und bei Bedarf zu beantworten.

  1. Achte drauf, dass redaktionelle Absprachen eingehalten werden

Künstler gehen nicht in Talkshows, weil sie nichts anderes zu tun haben oder sie eine Wahnsinns-Gage bekommen (das ist in der Regel wirklich nur eine Aufwandsentschädigung!), sie machen das, um etwas zu „verkaufen“. Sei es ein Buch, ein Film, eine Modekollektion… irgendetwas in dieser Art, ist der Anlass für den Besuch.

Den Grund hast du natürlich im Vorfeld mit der Redaktion besprochen (ist ja dein Job als PR-Manager) und nur deshalb bekommt die Talkshow den Gast aufs Sofa. Es ist ein Deal: Der Gast bekommt Fläche, um sein Projekt vorzustellen und die Redaktion bekommt einen guten Namen, der die Zuschauer die Sendung einschalten lässt.

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Ganz klar ist, dass das Projekt des Künstlers nicht das einzige Gesprächsthema sein kann. Du hast allerdings darauf zu achten, dass der Moderator das Thema überhaupt anspricht! Wenn das nach zwei Dritteln der Talkzeit noch nicht passiert ist, dann werde aktiv!

Wird das Projekt nicht erwähnt, so hast du deinen Job nicht gemacht. Anders sieht es aus, wenn es bei dem Besuch der Sendung um reine Personlity-PR geht.

  1. Sei Böse!

…natürlich nicht grundlos und zu jedem, aber dein Künstler ist immer der Gute. Wenn er in Situationen gerät, die ihm nicht gefallen, wenn es Themen gibt, über die er nicht reden möchte oder er bestimmte Extrawünsche hat, dann muss er diese Dinge nicht dem Redakteur sagen, dafür bist DU zuständig. Spricht der Künstler dich darauf an, dass er heute keine Autogramme geben möchte, dann machst du den Fans das auf nette Weise klar, ohne den Gast schlecht dastehen zu lassen. In der Regel ist er der Gute und du der Böse.

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DO NOT

  1. Ich bin hier der Star!

Nein, dass bist du nicht. Auch nicht, wenn du ebenso wie der Prominente, den du begleitest, einen Businessflug hast und in dem gleichen schicken Hotel wohnst. Leider vergessen das manche Begleiter mit der Zeit, sie sehen sich selbst als extrem wichtig, und dann wird eine Zusammenarbeit wirklich ziemlich unangenehm.

  1. Für deinen Gast denken

Die Personen, mit denen Künstlerbetreuer unterwegs sind, sind in der Regel volljährig und bei klarem Verstand (so sollte man zumindest meinen), es gibt wenig Schlimmeres, als Begleiter, die immer alles besser wissen. Solche Menschen sind wie lange verheiratete Ehefrauen, die genau wissen, dass ihr Mann lieber die untere Hälfte vom Brötchen isst, obwohl das gar nicht stimmt.

Zwischen Künstler und PR-Agent sollte eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe stattfinden. Wenn er beispielsweise nicht ausdrücklich wünscht, dass du ihn zum Vorgespräch mit dem Moderator der Sendung in die Garderobe begleitest, dann machst du das auch nicht. Schließlich ist er der Gast und nicht du.

Das sind dann die Menschen, die auch bei jedem Interview ungefragt neben dem Künstler sitzen und ihm am besten noch ins Wort fallen – so etwas gehört nur DANN zum Job eines PR-Agenten, wenn der Protagonist ausdrücklich darum bittet, weil es möglicherweise viele heikle Themen in der Vergangenheit gibt, über die nicht gesprochen werden soll. Da greift dann Punkt 3 der Do´s.

  1. Direkt den nächsten Gast anbieten

Klar bietet es sich an, einen weiteren Gast vorzuschlagen. Wenn du sowieso in der Redaktion  bist und die Menschen, mit denen du sonst nur telefonierst oder schreibst, greifbar hast. Du betreust in der Regel ja nicht nur einen Künstler. Aber vor dem Protagonisten, den du begleitest, ist das einfach unhöflich und respektlos. Vielleicht hast du ja die Möglichkeit, nach der Sendung noch mit dem Redakteur etwas essen oder trinken zu gehen, da kannst du ein solches Thema prima ansprechen.

(Fotos: Instagram/facebook)

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