„Quatsch Journalisten nie mit belanglosem Zeug zu“

Er ging und ich kam. Naja so ungefähr. Auf jeden Fall kennen Holger Kersting und ich uns seit Beginn meiner PR-Zeit. Einige Monate haben wir zusammen bei der Kick-Media AG, dem Unternehmen von Alexander Elbertzhagen, gearbeitet. Genauer: bei Position PR. Holger mehr für Print und ich eher für TV- und Radio. Sein Weg führte ihn dann nach Hamburg zu Stage Entertainment und seit dem 01. Juli diesen Jahres ist er Head of Communications bei Twitter Deutschland. Zeit für ein PRleben-Interview!

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Holger Kersting,
Head of Communications Twitter Deutschland

Heute bist du „Head of Communications“ für Twitter Germany. Für viele Menschen ein Traumjob. Wie genau war dein Weg dorthin?

Im Bereich PR/Kommunikation bin ich der klassische Quereinsteiger. Ich habe 1995 als Praktikant bei Position PR in Köln angefangen und mich durch unzählige Projekte und hierarchische Stufen hochgearbeitet. Learning by doing. Einstellungskriterium damals war: “Du kannst anpacken und bist mir sympathisch. Du kannst hier anfangen.” Dann hab ich erstmal drei Wochen lang Dia-Sätze für den Videostart von Disneys “Aristocats” gepackt. Ich glaube, heutzutage würde das nicht mehr funktionieren. …Und Dias sind Gottseidank Geschichte 🙂

Im Laufe deines Berufslebens hast wohl unzählige PR-Kampagnen umgesetzt! Welche ist dir am nachhaltigsten im Gedächtnis geblieben und warum?

Am meisten im Gedächtnis geblieben ist mir die Einführungskampagne zum Musical “Rocky” für Stage Entertainment. Mal ganz abgesehen davon, dass ich hier direkt Weiterlesen

„Bewahre Dir die Freude an Deinem Tun!“

…und weitere Ratschläge eines PR-Profis!

Mitte November die Premiere des Musicals ROCKY in Stuttgart, einen Tag später die erste Show für „Das Phantom der Oper“ in Oberhausen und am kommenden Wochenende die Deutschland-Premiere von Aladdin in Hamburg. Überall dort  trägt Stage-Unternehmenssprecher Stephan Jaekel die PR-Verantwortung mit. Bei jedem Roten Teppich ist er anwesend, stellt sich den Fragen der Journalisten, sucht von sich aus den Kontakt und ist immer freundlich, herzlich und respektvoll…

Mit PRleben spricht der oberste PR-Mann von Stage Entertainment  Deutschland über seinen Job und gibt hilfreiche Tipps. Nicht nur für Anfänger!

Heute bist du Sprecher des Unternehmens Stage Entertainment – für viele ein Traumjob. Wie war dein Weg dorthin?

Sehr unkonventionell! Nach meinem zweiten juristischen Staatsexamen in München hatte ich ein Jobangebot aus Brüssel, das mich als großem Fan der französischen Sprache sehr gereizt hat: Lobbyist für das EU-Büro der Deutschen Bahn AG. 28 laufende Gesetzgebungsverfahren, die für den Konzern von großem Belang waren, galt es zu betreuen. Da musste ich juristisches und diplomatisches Gespür mit dem geschickten Einsatz von Öffentlichkeitsarbeit verbinden. In ähnlicher Funktion wechselte ich danach zum Bertelsmann Konzern in die eCommerce Group, die sich vor allem mit der Online Musikplattform Napster beschäftigte.

Stephan Jaekel, Unternehmenssprecher von Stage Entertainment - Deutschland. Photo: Stage Entertainment/Morris Mac Matzen, Verena Bender, PRleben, Blog, Coach, Köln

Stephan Jaekel, Unternehmenssprecher Stage Entertainment – Deutschland.
(Stage Entertainment/M.M. Matzen)

Dann lernte ich bei einem Projekt den seinerzeitigen Stage Deutschlandchef kennen und stieg als Beauftragter der Geschäftsführung in Hamburg ein.

Mich reizten neben der Branche vor allem die Aufbruchsstimmung und die besondere Atmosphäre in einem inhabergeführten Unternehmen. Mit dem Einstiegsjob war verbunden, dass ich Stage aus vielen Perspektiven kennen gelernt habe: Produktionsprozesse, Lizenzverträge, das Geschäftsmodell, der Umgang mit Künstlern und Kreativen etc. Erst danach wechselte ich in die reine Öffentlichkeitsarbeit – mit Verantwortung sowohl für Corporate als auch für die Produkt PR. Diese Nähe zu den unternehmerischen Entscheidungen ist sicher für klassische PR Karrieren ungewöhnlich, hilft mir aber enorm in der Komplexität meiner jetzigen Aufgabe.

Was sollte ein PR-ler im Job auf jeden Fall vermeiden? Gab es mal ein negatives PR-Erlebnis?

Ich spreche an dieser Stelle allen Medienvertretern meinen Respekt dafür aus, dass sie die Superlative in unseren Pressemitteilungen auch nach jahrelanger Zusammenarbeit noch geduldig über sich ergehen lassen. Es wäre toll, wenn wir selbst den Mut hätten, so manches „Stimmung!“-Adjektiv einfach mal wegzulassen. Ansonsten traue ich mich Weiterlesen