4 Tipps für die Autorisierung von Interviews

Es ist kein Geheimnis, dass das Autorisieren von Interviews ein gern und ziemlich kontrovers diskutiertes Thema ist. Gemeint ist damit, dass der Redakteur nach einem Interview nochmal alle Zitate des Interviewten schriftlich an den Gast, seinen Pressesprecher oder PR-Agenten gibt, um sich diese Antworten – die ja nun so gegeben wurden – noch einmal abnicken zu lassen. Erst dann „darf“ er sie für seinen Text verwenden.

So denken zumindest viele PR-Menschen. Ist aber nicht ganz richtig. DENN: Ein RECHT auf Autorisierung gibt es nicht! Das Autorisieren ist eigentlich ein reines Entgegenkommen des Journalisten. In Deutschland ist diese Masche, im Gegensatz zu anderen Ländern, allerdings sehr üblich geworden.

Vermieden werden sollen durch diesen Prozess grobe sachliche Fehler in den Aussagen des Interviewten, deshalb gestatten Redakteure netterweise das Gegenlesen. Allerdings ist das Autorisieren in den letzten Jahren immer mehr ausgeufert, so dass die ganze Praxis in die Diskussion geraten ist. Hier vier Regeln, die bei der Autorisierung von Interviews eingehalten werden sollten:

  1. Nicht das Interview umschreiben

Ich habe des Öfteren von Journalisten gehört, dass sie Interviews zurückbekommen haben, die sie überhaupt nicht wiedererkannten. Wörter wurden ausgetauscht, Sätze umformuliert oder komplette Passagen gestrichen.

Auch Nicola Pohl, Chefreporterin der BILD am Sonntag, hat sich neulich im Interview mit PRleben an solche Kandidaten erinnert: Weiterlesen

ACHTUNG! Casting-Stars zicken bei Interviewfreigaben

Es gibt kaum einen großen Promi-Event bei dem er nicht ist, um darüber zu schreiben. Immer gut gelaunt, kompetent und vorbereitet. Der Journalist Thomas Kielhorn ist schon lange im Geschäft. Im Gespräch mit PRleben erzählt er über absurde Machenschaften von TV-Sendern, kuriosen Interviewfreigaben und er verrät, wieso Journalisten heute eigentlich Allrounder sein müssen.

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Was genau ist dein Job und wie bist du dazu gekommen?

Ich habe vor über 22 Jahren angefangen, mich für Stars und ihre Geschichten zu interessieren. In dieser Zeit habe ich in schöner Regelmäßigkeit meinen Job gewechselt und habe u.a. für BRAVO, InTouch und die BILD am Sonntag gearbeitet. Aktuell bin ich als Promi-Reporter beim DuMont-Verlag angestellt und schreibe vor allem für den Kölner EXPRESS, den Berliner KURIER und die Hamburger MORGENPOST.

Was ist deine Meinung zu Interviewfreigaben? Welches Erlebnis ist dir diesbezüglich am meisten im Gedächtnis geblieben?

Grundsätzlich habe ich keine Probleme damit, wenn es um rein inhaltliche Dinge geht. Ich muss beim Transkribieren natürlich oft extrem kürzen. Da ist es nur fair, wenn man seinem Interviewpartner den gekürzten Text noch mal zukommen lässt. Umso schöner ist es, wenn TV-Dinos wie Thomas Gottschalk Weiterlesen

„PR-Menschen, die nur Termine verteilen, haben wir ‚Zettel-Verteiler‘ genannt“

Welche Automarke großartige und welche grottenschlechte Pressearbeit macht, was sie von Interview-Autorisierungen hält und wer der beste PR-Manager ist, den  sich ein Journalist wünschen kann …:) Über diese und viele andere Themen spricht die BamS-Chefreporterin Nicola Pohl bei PRleben.

  1. Was genau ist dein Job und wie bist du dazu gekommen?

Seit 1. April bin ich Chefreporterin bei der BILD am SONNTAG im Bereich Stars&Kultur – eine Art Rückkehr nach viereinhalb Jahren in der Sportredaktion als Formel-1-Korrespondentin.  Davor habe ich bereits acht Jahre lang in der BamS-Unterhaltung mein Unwesen getrieben.

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(© Niels Starnick)

  1. Wie kommst du in deinem Beruf am häufigsten an gute Geschichten, Informationen? Social Media, Newsseiten im Netz, persönliche Kontakte, eigene Recherche…

Social Media hilft mir persönlich in den wenigsten Fällen bei Geschichten  – wenn überhaupt dann samstags, wenn wir aktuell für den Erscheinungstag am Sonntag arbeiten. Ansonsten landen solche Geschichten (Heidi Klum trägt ’nen Vito-Pulli, OH SCHRECK!) gleich im Internet oder in der Zeitung vom nächsten Tag – für uns als Sonntagszeitung also unbrauchbar. Social Media ist für mich lediglich eine Inspirationshilfe.

Ich bekomme meine Informationen meistens eher über persönliche Kontakte. Mal abends mit jemandem essen gehen, über Hintergründe plaudern und so neue Ideen bekommen. Hat man so eine kleine, exklusive Information ergattert, gehe ich ihr in persönlicher Recherche nach, um sie zu verifizieren (wenn die Quelle nicht 100 Prozent sicher war) oder um Meinungen (O-Töne) und mehr Informationen zu diesem Thema zu bekommen.

  1. Was ist deine Meinung zu Interviewfreigaben? Welches Erlebnis ist dir diesbezüglich am meisten im Gedächtnis?

Mein bisher schlimmstes Erlebnis hatte ich mit Alexandra Neldel. Da bekam ich nach der Autorisierung ein zu 70% gestrichenes Interview zurück. Das hab ich bis heute aufgehoben. Schade, sie war eigentlich sehr nett und sympathisch. Mein jüngstes Beispiel, was Frau Neldel wahrscheinlich sogar toppt: Weiterlesen