Digitalisierung und PR – 10 Fakten!

Erschreckend, aber wahr! Für viele von uns, die sich tagtäglich mit dem Thema Digitalisierung beschäftigen, mag es unvorstellbar klingen, dass sich längst nicht jeder PR-Kollege eingehend mit den damit zusammenhängenden Veränderungen befasst hat.

Deshalb gibt es hier zehn Fakten und Anregungen in Sachen Digitalisierung, die auch die uninformierteren Kommunikations-Kollegen wissen sollten.

1. Digitalisierung ist keine vorübergehende Erscheinung

Ja, es mag ein wenig provozierend daherkommen, doch manchmal kann ich nicht glauben, wie sehr PR-Menschen der -ich sage mal- „alten Schule“, die Macht der Digitalisierung beiseiteschieben.

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Sie scheinen zu denken, dass sie auch in fünf, zehn oder fünfzehn Jahren genau so arbeiten könnten, wie sie es schon ewig machen, ohne etwas von den neuen Medien mitzubekommen.

Bitte, macht die Augen auf, setzt euch mit dem Thema auseinander. Nicht für andere, sondern für euch selbst! Ihr müsst ja nicht direkt Experten für Twitter, Facebook und Co. werden, aber ein Grundwissen sollte im Jahre 2018 jeder Kommunikator -der etwas auf sich hält- haben.

2. Die Zusammenarbeit mit Influencern kostet Geld

„Wir machen PR! Wir bezahlen nicht dafür, dass Medien über uns berichten.“ Als ich vor vielen Jahren ins kalte PR-Wasser geschmissen wurde, hat man mir unter anderem mit diesem Satz den Unterschied zwischen Werbung und PR erklärt.

Es stimmt ja auch in den klassischen Medien. Doch die Zusammenarbeit mit Bloggern und Influencern ist nicht umsonst. Auch wenn es mache PRler nicht verstehen wollen, dadurch wird es sich nicht ändern.

3. Journalisten arbeiten anders, als vor 3 oder 4 Jahren

Die Arbeit in Redaktionen hat sich verändert. Das erzählen Journalisten regelmäßig im persönlichen Gespräch oder in den PRleben-Interviews: Wie hier 1LIVE Radio-Mann Benni Bauerdick, GALA Chefreporterin Hendrikje Kopp und andere.

Außerdem merke ich es auf Terminen vor Ort. Es ist total normal, dass die Reporter bei einem Dreh oder einem Interview nicht nur das reine Interview führen müssen. Mindestens ein Foto mit dem Protagonisten für Instagram ist absolut Standard. Besser noch ein spezielles, gesondert gedrehtes Video als Teaser auf die Sendung oder das Erscheinen des Interviews im Print für Facebook und Co. sind gern gesehen. Auch ein bisschen Instastory und der ein oder andere Tweet werden oft vom Redakteur erwartet.

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Das sollten PR-Menschen ihren Protagonisten am besten vor einem Interview mit auf den Weg geben, damit diese sich nicht wundern und entsprechend in Maske erscheinen, auch wenn kein offizielles Shooting vereinbart ist.

Bei Protagonisten, die dies komplett ablehnen, sollten PR-Leute die Redakteure schon vor dem Termin darüber informieren, damit diese auch im Vorfeld der (Social Media) Redaktion Bescheid geben können.

4. Es gibt noch andere soziale Netzwerke als Facebook

Ernsthaft? Ernsthaft!

5. Bei Instagram funktionieren keine Links

Das ist nur einer von vielen Punkten, der deutlich macht, wie wichtig ist es, sich mit den verschiedenen Social Media Plattformen auseinanderzusetzen oder vor einem Kundengespräch mit jemandem zu reden, der sich auskennt, bevor es peinlich wird.

Ich bin der Meinung, dass niemand alles wissen kann, ich persönlich kann auch nicht aus dem Stegreif sagen, welche Pharmazeitschriften es im deutschen Raum gibt. Aber wenn ich einen Termin mit einem entsprechenden Kunden hätte, dann würde ich mich diesbezüglich vorher schlau machen.

Das erwarte ich auch von PR Kollegen, die keine Social Media Fans sind, wenn es um eine Beratung in Sachen Instagram geht. Einem Kunden zu erzählen, dass wir mit Influencern zusammenarbeiten und diese ein Foto mit einem entsprechenden Link darunter posten könnten, ist nun mal unprofessionell.

6. Podcasts können für PR genutzt werden

Ein Tool, das uns die Digitalisierung beschert hat -und viele PRler noch nicht auf dem Schirm haben- sind Podcasts. Ein Boom der an einigen bisher fast vorbeigegangen ist. Es gibt so viele wunderbare Formate, die immer auf der Suche nach Themen und interessanten Gästen sind. Das sollten Kommunikatoren als Chance ergreifen und aktiv werden.

7. Reichweite ist nicht alles

Hier beziehe ich mich vor allem auf die Zusammenarbeit mit Influencern (ich mag dieses Wort so gar nicht). Viele PR-Leute denken kategorisch an eine Zusammenarbeit mit Caro Daur, Novalanalove, Bibi und Co. Warum? Natürlich haben sie eine gewaltige Reichweite, wenn wir rein nach den Zahlen gehen. Aber nicht jedes Thema eignet sich, um auf diesen Kanälen kommuniziert zu werden.

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Es gibt so viele aktive, gut vernetzte Micro-Influencer, die sich –je nach Thema – viel besser für einen Kunden eignen können. Manchmal bringen Accounts mit 5.000 oder 10.000 Followern einen größeren Output (zu einem kleineren Preis), als die großen Player, die sich vor Anfragen nicht retten können. Da gilt es, sich einen groben Überblick zu verschaffen und ggf. Kontakt zu einem Experten aufzunehmen, der in Sachen Influencer gezielt beraten kann.

Wichtig ist mir darüber hinaus, nicht allein auf die Followerzahlen und nur den Kanal Instagram zu schauen. Eine Zusammenarbeit mit einem Blogger der sich in seinem Segment etabliert hat und zusätzlich verschiedene Social Media Kanäle mit seinem Content bespielt, kann einen höheren Wert haben, als ein Foto mit Bildunterschrift von einem „großen“ Instagram-Star!

8. Authentizität und Vertrauen sind das A und O

Dies ist eigentlich eine Ergänzung zu dem eben geschriebenen. Nicht die Reichweite sollte ausschlaggebend sein. Es geht vor allem um Vertrauen, eine Bindung. Eine engagierte Mama-Bloggerin mit 7.000 Followern wird sicherlich ein Kinderwagenmodell viel glaubwürdiger und nachhaltiger bewerben können, als eine kinderlose Insta-Lady mit 500.000 Fans. Des Weiteren wird die Mama-Bloggerin erfahrungsgemäß auch detaillierter auf Fragen ihrer –oft aktiven– Community eingehen können.

Als Tipp für PRler die über die Zusammenarbeit mit einem Influencer nachdenken: Achtet nicht nur auf die Zahlen, checkt auch die Qualität der Kommentare. Oft wird hier deutlich, welche Verbindung eine Person zur Community hat. Bei den ganz „großen“ ist der Social-Gedanke oft gar nicht mehr umsetzbar, da die Kommunikation häufig nur in eine Richtung stattfindet.

9. Flexibilität und Freiheit sind wichtig

Wer mit Influencern zusammenarbeitet, der sollte ihnen eine gewisse Freiheit einräumen. Natürlich gehört ein ausführliches Briefing dazu und auch totale No Go`s sollten abgesteckt werden. Beispielsweise möchte der oben angesprochene Kinderwagenhersteller keine Konkurrenzprodukte im Post erwähnt wissen oder ähnliches.

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Das ist auch vollkommen ok und kein vernünftiger Influencer dieser Welt wird sich darüber hinwegsetzen. Doch sollte bei der Bildsprache und dem folgenden Text keine zu strickte Vorgabe gelten. Schließlich kennt der Profilbetreiber seine Community am besten und da sind wir wieder beim Thema Vertrauen.

10. Pinterest ist kein soziales Netzwerk

Es gibt viele soziale Netzwerke. Klar, es ist auch nicht einfach den Überblick zu behalten. Doch ich bin dagegen, die Plattform Pinterest rein in die Kategorie Social Media einzuordnen. Pinterest gehört viel mehr zu den Suchmaschinen und lässt sich durchaus auch für PR nutzen, wenn man bereit ist, Zeit und Know How zu investieren. Dazu demnächst ein gesonderter Artikel.

Abschließend

Diese Auflistung ist natürlich längst nicht vollständig und trifft gewiss nicht auf jeden zu. Doch die Digitalisierung zu ignorieren, ist keine Lösung 😉

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