Drei Dinge die ich in meinem ersten PR-Jahr gelernt habe … NICHT (mehr) zu tun

Mittlerweile arbeite ich schon viele Jahre als PR-Managerin, aber aller Anfang ist ja bekanntlich schwer. Wenn man als Redakteurin und Reporterin beim Radio und beim Fernsehen gearbeitet hat und mit dem PR-Bereich nur „auf der anderen Seite“ zu tun hatte, dann sind einem viele, viele Dinge noch recht fremd.

Vor einiger Zeit schon habe ich meine drei „Highlights“ als Berufsanfängerin in der PR aufgeschrieben. Damit ihr etwas zum Schmunzeln habt oder um nicht die gleichen Fehler zu begehen…. Voila:

1. Stadtpläne sind da, um sie zu benutzen

Zum Job eines jeden PR-Menschen gehört es, unter anderem persönliche Kontakte aufzubauen, zu pflegen, Redaktionsbesuche zu machen, mit Journalisten oder Kunden essen zu gehen etc. Ein Teil meines Jobs, den ich von Anfang an richtig geliebt habe.

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Redaktionsbesuche sollten genau geplant sein…

Ich mag es Menschen zu treffen, Neues zu lernen, zu reisen. Bei der Planung meiner ersten Redaktionsreise nach München war ich so glücklich, Teminbestätigungen von fremden Journalisten zu bekommen, die meinten, dass sie sich sehr über meinen Besuch freuen würden, dass ich in den zwei Tagen jeden vorgeschlagenen Termin angenommen habe, ohne zu checken

WO welche Redaktion liegt. Meine Route war dann ungefähr so: vom Flughafen München zu RTL2 nach Grünwald. Von dort nach Unterföhring zu ProSieben, dann zu Antenne Bayern nach Ismaning. Zum ZDF nach Unterföhring (fast neben ProSieben) und danach zum Sender Rock Antenne, der im gleichen Gebäude sitzt wie Antenne Bayern usw. Naja, die Taxifahrer in München haben gut an mir verdient… Inzwischen checke ich vorher, wer wo sitzt, wo welches Restaurant ist und welche Route die passende ist.

Was ich inzwischen grundsätzlich über das Thema Redaktionsbesuche denke, – zumindest wenn es sich um einen Erstkontakt handelt – darüber habe ich einen eigenen Artikel geschrieben. Nur soviel vorab: ich bin kein Freund davon. Aber lest selbst.

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2. Duze niemals einen Mitarbeiter, den du nicht kennst!

In der Medienbranche, gerade wenn man immer nur bei den Privatsendern gearbeitet hat, ist man ja irgendwie eine große Familie, auch wenn man sich nie zuvor gesehen hat. Die meisten Menschen haben gar keine Nachnamen. Sie sind einfach „der Frank“, „die Eva“ oder „der Ingo“. Da braucht man den Nachnamen höchstens noch für die Emailadresse… wobei manche „junge Medien“ auch zu den Mailadressen vorname@blablabla.de übergangen sind.

Gerade neu in der PR-Agentur heißt es zum einen, die Themen und zum anderen die Redakteure kennenlernen! Per Mail, am Telefon und auf Veranstaltungen. Eines meiner ersten Themen in der Agentur war die PR für einen Blockbuster, der auf DVD rauskommen sollte. Es ging darum, den Film breit anzubieten und abzuchecken, welches Medium gerne berichten mag. Per Mail oder per Telefon. Ich war ehrgeizig und bei mir lief die Akquise per Mail recht gut… bis zur telefonischen Nachakquise!

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Ich hatte, so wie viele andere, auch „den Markus“ angeschrieben. Einen Filmredakteur beim öffentlich rechtlichen Radiosender. Kontaktdaten bekommt man, in einer gut organisierten Agentur, über die gepflegte Datenbank. Da „der Markus“ mir nicht auf meine Mail geantwortet hat, habe ich dann mal in der Redaktion angerufen. An sein Telefon ging eine Dame, kein Problem für mich: „…ich hätte gerne den Markus gesprochen!“ „Den Markus…?! Ahhh sie meinen den Herrn (nennen wir ihn hier mal) Meyer!?“ „Ja, genau!“ Und dann war er am Telefon. „Hallo Markus, hier ist die Verena, ich hatte dir eine Mail geschrieben…“ „Kennen wir uns?“ „Ähhhm, naja, also eher nicht, ich bin neu hier und…“ „Und wie kommen Sie dann auf die Idee, mich einfach duzen zu können?“ Es folgte eine lange Abhandlung über die unmöglich unhöflichen Sitten in der Medienbranche…

Seitdem ist erst mal jeder: Herr oder Frau. Solange bis man sich dann mal persönlich kennen lernt. Herrn Meyer nenne ich übrigens schon lange Markus und wir beide haben immer Spaß, wenn wir an das erste Telefonat zurückdenken. Hat bei mir aber einige Monate gedauert, bis ich darüber lachen konnte.

3. Achte auf dein Schuhwerk

Wenn man auf einer großen Veranstaltung arbeitet…. zum Beispiel einer Musikpreisverleihung mit internationalen Gästen, einem roten Teppich, Fernsehübertragung und legendärer Aftershowparty, dann möchte man natürlich, auch wenn man arbeitet, vom Styling nicht komplett hinten anstehen. Bei meinem ersten Event dieser Art war mir schon klar, dass ich nicht im kleinen Schwarzen oder Cocktailkleidchen auflaufe. Zumal die Arbeit an einem solchen Tag in der Regel morgens um 10h beginnt, wenn der Rote Teppich gegen 17.30 Uhr startet. Eine coole Jeans mit schicken High Heels passt einfach toll zu so einer Veranstaltung.

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Niemals High Heels beim Arbeiten am Roten Teppich

Hätte ich gewusst, wie viel man an einem solchen Tag von A nach B nach C rennen muss … Journalisten nach hier zum Fototermin, Promis nach dort zu Interviews, mit dem Kunden nochmal eben ins Produktionsbüro usw. Ich bin ganz gut zu Fuß, auch auf High Heels und habe auch bis morgens um 4h durchgehalten. ABER solche Fußschmerzen hatte ich im ganzen Leben nicht. Mir war auch gar nicht klar, dass es solche Schmerzen überhaupt geben kann vom Laufen in High Heels. Sie haben ungefähr eine Woche gedauert. Die erste Nacht waren sie so schlimm, dass ich nicht schlafen konnte.

Inzwischen habe ich immer bis zum Start der Aftershowparty Schuhe an, in denen ich gut laufen kann. Mein besonderer Dank gilt den Designern, die die Sneakers in den letzten Jahren Roter-Teppich-tauglich gemacht haben.

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Ein Gedanke zu “Drei Dinge die ich in meinem ersten PR-Jahr gelernt habe … NICHT (mehr) zu tun

  1. Nylie schreibt:

    …ich habe nach meinem Wechsel vom Journalismus in die PR gelernt, dass es regelmäßig unvorbereitete Journalisten gibt. Sie haben schlecht oder gar nicht recherchiert. Sie stellen unzusammenhängende Fragen, im Interview ist kein roter Faden erkennbar. Sie stellen Fragen, die man gar nicht beantworten kann, weil man schlichtweg der falsche Ansprechpartner ist. Ich hätte früher von meinen Chefredakteuren eins hinter die Ohren bekommen, wenn sie mich so erlebt hätten… und das besonders Peinliche für mich als Vertreterin der Frauenfraktion: Sämtliche dieser unvorbereiteten Journalisten waren ausschließlich Frauen.

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